Seid ihr den ewigen Streit um die Hausarbeit leid?

Hausarbeit ist in jeder Beziehung ein Thema und wenn Kinder da sind, potenziert sich das ganze noch. Es kommt mehr Arbeit dazu, mehr Wäsche, mehr Geschirr, mehr Unordnung und gleichzeitig hat man weniger Zeit, die ganze Arbeit zu erledigen, weil man sich ja noch um die Kinder kümmert.

Und was dieses Thema angeht, hat bestimmt jeder von euch seine eigenen Gedanken dazu. Vielleicht fühlt ihr euch von eurem Partner zu wenig unterstützt und habt das Gefühl, die Organisation des Familienalltags alleine zu schmeißen. Oder es nervt euch, dass ihr immer an alles denken müsst: Von den Impfterminen der Kinder bis hin zu den Bücherei-Terminen im Kindergarten. Vielleicht arbeitet einer von euch die ganze Woche ganztags im Büro und ärgert sich, dass der andere es in dieser Zeit nicht schafft, den Haushalt in Schuss zu halten. Oder ihr arbeitet beide außer Haus und habt eigentlich abgemacht, die Familienarbeit gerecht aufzuteilen. Aber irgendwie habt ihr das Gefühl, dass einer von euch immer mehr macht.

Gemeinsam einen Haushalt zu managen ist ganz schön komplex

Erstmal gibt es so viele Punkte, zu denen man unterschiedlicher Meinung sein kann: Müssen jeden Morgen die Betten gemacht werden? Wann ist es Zeit, das Waschbecken zu putzen? Kann unsere Kleinste den Body nicht drei Tage lang anlassen?

Und es gibt so viele Aufgaben, die verteilt werden müssen: Wer hat die Arzttermine der Kinder im Blick? Wer bringt die Kinder ins Bett? Wer geht einkaufen? Wer kümmert sich um die Wochenendgestaltung, wer um die Finanzen, wer darum, dass die Autoreifen gewechselt werden?

Und dann seid ihr ja auch noch zwei Individuen, denen ganz unterschiedliche Werte und Gewohnheiten von zuhause mitgegeben wurden. Sehr wahrscheinlich hat jeder von euch eine andere Vorstellung von Ordnung und Sauberkeit. Oder einer möchte bestimmte Tätigkeiten – zum Beispiel die Küche aufräumen – schnell erledigt haben, während der andere nach dem Essen lieber noch ein bisschen gemütlich zusammensitzen möchte.

Es wird immer wieder zu Konflikten kommen – entscheidend ist, wie ihr damit umgeht

Das Thema Familienmanagement ist wahnsinnig komplex und läuft nicht nebenbei, sondern braucht eure Aufmerksamkeit, auch wenn ihr euch manchmal denkt: „Das ist doch kein Stoff für ein Drama. Viel zu banal, dass wir uns darüber streiten.“ Die Organisation eures Familienalltags erfordert, dass ihr euch hinsetzt und darüber sprecht, wie ihr bestimmte Dinge regeln wollt, damit es für euch beide passt. Und zwar immer wieder – denn ihr könnt davon ausgehen, dass ihr das auch regelmäßig anpassen müsst.

Und wenn ihr euch zusammensetzt, vermeidet Vorwürfe und Beschimpfungen. Ich kenne das sehr gut: Wenn man sich nicht mehr wohl fühlt und das Gefühl hat, mehr zu machen als der andere, dann ist einer der ersten Impulse, den Frust am anderen auszulassen – gerne noch schön verallgemeinernd: „Immer wenn du kochst, sieht die Küche hinterher wie ein Schlachtfeld aus“ oder „Warum muss ich immer die Geschenke für die Kindergeburtstage besorgen?“

Vorwürfe haben aber meist zur Folge, dass unser Gegenüber sich angegriffen fühlt und dann eine von zwei Strategien wählt: sich zurückziehen oder zurückfeuern. Beides führt dazu, dass ihr euch in einem Strudel aus gegenseitigen Vorwürfen wiederfindet – und keinen Schritt weiterkommt.

Vorwürfe in Wünsche verwandeln

Eine ganz andere Dynamik entsteht, wenn wir stattdessen über uns sprechen. Und wenn wir uns bewusst machen, dass hinter jedem Vorwurf eigentlich ein Wunsch steckt.

Meistens machen wir Vorwürfe, weil es uns so schwer fällt, eine Bitte oder ein Bedürfnis zu äußern. Wenn wir das tun, zeigen wir ja etwas von uns – und das machen wir gar nicht so gern. Oft sind wir uns auch gar nicht wirklich im Klaren darüber, was wir eigentlich wollen. Oder wir glauben, dass wir es nicht wollen dürfen – etwa weil der Partner Vollzeit arbeitet und wir das Gefühl haben, im Gegenzug für das gesamte Familienmanagement zuständig zu sein.

Wenn ihr euch das nächste Mal über das Chaos zuhause ärgert, fragt euch vielleicht erstmal: Was fühle ich gerade in dieser Situation? Wo fühle ich mich ungerecht behandelt? Warum? Also zum Beispiel: „Ich fühl mich einfach nicht wohl, wenn ich morgens in eine unaufgeräumte Küche komme“ oder „Ich bin überfordert und habe das Gefühl, dass alles an mir hängen bleibt.“

Und dann könnt ihr überlegen, welche Unterstützung ihr euch wünscht: „Ich fände es sehr entlastend, wenn du dir auch mal überlegst, was wir in der kommenden Woche kochen könnten.“

Wenn ihr euch so öffnet, gebt ihr dem anderen die Chance, sich einzufühlen. Er oder sie hat die Möglichkeit zu verstehen, was euch stört und was ihr braucht und damit einen Weg zu suchen, wie er euch unterstützen kann.

Wenn wir uns überlastet fühlen, übersehen wir schnell, was der andere leistet

Wenn ihr das Gefühl habt, alles losgeworden zu sein, was euch wichtig war, dann hört auch wirklich zu, was euer Partner dazu zu sagen hat. Das kann manchmal einen ganz überraschenden Effekt haben – weil wir manchmal so darauf fokussiert sind, was wir alles leisten, dass wir einiges von dem übersehen, was der andere tut.

Wie oft ihr euch zusammensetzt, um die Organisation des Familienalltags zu besprechen, findet ihr am besten selbst heraus. Vielleicht alle zwei Monate, oder immer dann, wenn es sich für einen von euch nicht mehr gut anfühlt. Diese Fragen können euch dabei leiten:

  • Was bringt jeder von euch gerade ein?
  • Ist die Aufteilung für euch in Ordnung oder möchtet ihr etwas verändern?
  • Gibt es eine Aufgabe, die ihr unbedingt loswerden möchtet? Vielleicht stellt ihr fest, dass es dem anderen gar nicht so viel ausmacht, sie zu übernehmen.
  • Wollt ihr einzelne Aufgaben zur Probe mal tauschen? Es kann ganz interessant sein, selbst zu spüren, was der andere damit leistet.

Versucht euch in diesen Gesprächen als Team zu sehen, das regelmäßig eine Bestandsaufnahme macht: Was sind eure jeweiligen Stärken und Vorlieben? Wie sehen eure Zeitkapazitäten gerade aus? Vielleicht ist einer morgens schneller wach und kümmert sich ums Frühstück, während der andere noch durch die Wohnung schlurft und erst einen Kaffee braucht – dafür aber abends noch die Energie hat, die Spülmaschine einzuräumen und den Müll runterzubringen.

Fragt euch: Wie können wir für unsere Entlastung sorgen?
  • Wollt ihr Aufgaben abgeben? Eine Unterstützung fürs Putzen holen? Euch mit befreundeten Eltern beim Abholen der Kinder abwechseln?
  • Überprüft eure Aufgaben: Ist es wirklich sinnvoll, alles so zu tun wie bisher? Müssen die Fenster alle zwei Monate geputzt werden? Ist es notwendig, jeden Morgen Figuren aus dem Pausenbrot auszustechen – oder genießt ihr diese Zeit lieber mit den Kindern?
  • Ermöglicht euch gegenseitig Auszeiten: Hat jeder von euch Zeiträume, in denen er sich regenerieren kann? Etwas tun kann, das ihm wieder Energie gibt?
Es geht nicht darum, alles fifty-fifty aufzuteilen

Ich denke, bei diesen Gesprächen geht es nicht darum, alles haargenau aufzuteilen. Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass jeder von euch wahrnimmt, was der andere leistet und dass es sich nach dem Gespräch für beide wieder gut anfühlt.

Auf dieser Grundlage könnt ihr die Arbeit des anderen vielleicht wieder bewusst wertschätzen und das auch offen aussprechen. Im Alltag läuft so vieles nebenher, und wir nehmen zu viele Dinge, die der andere tut, schon als selbstverständlich wahr. Dabei weiß jeder von uns, wie gut es sich anfühlt, wenn man für seine Arbeit ein „Danke“ bekommt.

Und wenn ihr merkt, dass der andere anfängt zu meckern, frustriert oder gestresst erscheint, könnt ihr das vielleicht als Zeichen deuten, dass er Unterstützung braucht. Baut ihm eine Brücke und fragt, ob ihr etwas abnehmen könnt. Wer sich regelmäßig erkundigt, wie es dem anderen mit seinen Aufgaben geht, kann Frust manchmal sogar vorbeugen.


Wenn ihr merkt, dass das Thema Hausarbeit bei euch immer wieder zum Streit wird und ihr das Gefühl habt, im Kreis zu drehen, dann lohnt es sich, das gemeinsam anzugehen.

Ich begleite euch dabei. Das erste Gespräch ist unverbindlich und kostenlos.

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Aber wenn ich doch Recht habe

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Rechthaben in der Beziehung: Warum es in Partnerschaften mit kleinen Kindern so oft zu Konflikten kommt

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin mir relativ häufig sicher, dass ich mit bestimmten Dingen einfach recht habe.

Heute war es wieder so:
Beim Frühstück mit den Kindern ging es darum, dass sie unbedingt eine Mütze aufsetzen sollten, weil sie sonst Ohrenschmerzen bekommen könnten. Später am Telefon habe ich versucht zu erklären, dass man sich auch mit fleischloser Ernährung gesund und ausgewogen ernähren kann. Und dann wäre da noch mein Partner, der endlich verstehen könnte, dass mein „Ordnungssystem“ in der Wohnung durchaus seine Logik hat.

Kommt euch das bekannt vor?
Gerade in Familien mit kleinen Kindern entstehen solche Situationen ständig.


Warum es in Partnerschaften oft ums „Recht haben“ geht

In meiner Arbeit im Paarcoaching erlebe ich sehr häufig, dass Paare mir unbewusst die Rolle des Schiedsrichters geben wollen.
Jede Seite möchte mich davon überzeugen, dass die eigene Sicht der Dinge die „richtige“ ist – und dass der andere im Unrecht ist.

Doch genau hier beginnt das Problem:
Rechthaben in der Beziehung wird schnell zu einem Machtkampf.


Rechthaben in der Beziehung kann schnell zum Machtkampf werden

Recht haben zu wollen ist zutiefst menschlich. Es kann sich sogar gut anfühlen.
Es gibt uns Sicherheit, Kontrolle und manchmal auch ein Gefühl von Überlegenheit.

Wenn der andere unserer Meinung folgt, fühlt es sich an, als hätten wir „gewonnen“. Und ganz ehrlich: Das kann kurzfristig auch befriedigend sein.

Doch wenn es in einer Partnerschaft – besonders im Familienalltag mit Kindern – dauerhaft darum geht, wer recht hat, entsteht etwas anderes:

  • Streit eskaliert schneller
  • Kommunikation wird verletzender
  • Nähe geht verloren
  • Es entsteht ein Gefühl von „Gewinnen oder Verlieren“

Die Rechthaber-Falle in der Partnerschaft

Wenn ihr merkt, dass sich eure Konflikte immer wieder im Kreis drehen und es vor allem darum geht, wer recht hat, seid ihr möglicherweise in der sogenannten Rechthaber-Falle in der Beziehung gelandet.

Typische Anzeichen:

  • Gespräche enden oft im Streit
  • Beide wollen überzeugen statt verstehen
  • Es geht mehr um Prinzipien als um Lösungen
  • Einer oder beide fühlen sich nicht gesehen

Was passiert, wenn wir unbedingt recht haben wollen?

In solchen Momenten passiert vieles gleichzeitig:

  • Wir investieren viel negative Energie in unseren Standpunkt
  • Stress und emotionale Anspannung steigen
  • Unser Blick wird eng und starr (Tunnelblick)
  • Wir wollen „nicht nachgeben“, um nicht zu verlieren

Dabei passiert etwas Entscheidendes:
Wir nehmen die Wahrnehmung unseres Partners oder unserer Partnerin weniger ernst oder blenden sie sogar aus.

Damit verlassen wir die Ebene von Gleichwertigkeit – und genau das macht Konflikte in der Beziehung so schwierig.


Jede Beziehung lebt in einer „doppelten Wirklichkeit“

Ein wichtiger Gedanke in der Paartherapie ist:
Jeder Mensch nimmt die Realität anders wahr.

Unsere Wahrnehmung wird beeinflusst durch:

  • Erfahrungen aus der Kindheit
  • Erziehung und Prägung
  • Werte und Überzeugungen
  • aktuelle emotionale Zustände

Das bedeutet:
Wir sehen Situationen nicht objektiv, sondern gefiltert.

Deshalb kann es sein, dass zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben – und beide aus ihrer Sicht „recht“ haben.

In einer Familie bedeutet das ganz praktisch:
Es gibt nicht nur eine richtige Art, die Spülmaschine einzuräumen, die Kinder anzuziehen oder den Alltag zu organisieren.


Warum Rechthaben in der Partnerschaft selten hilft

Der Paartherapeut Michael Lucas Möller beschreibt, dass jedes Paar in einer doppelten Wirklichkeit lebt.

Und genau deshalb führt Rechthaben so oft nicht zu Lösungen, sondern zu Distanz.

Denn wenn es nur darum geht, recht zu haben:

  • wird weniger gefragt und mehr bewertet
  • wird weniger verstanden und mehr argumentiert
  • entsteht weniger Verbindung und mehr Abgrenzung

Was stattdessen in der Partnerschaft hilft

Es geht nicht darum, nie wieder zu streiten – im Gegenteil.
Gerade Eltern mit kleinen Kindern brauchen Konflikte, um sich abzugrenzen und eigene Bedürfnisse sichtbar zu machen.

Wichtiger als Rechthaben ist deshalb:

  • Verstehen, warum der andere so denkt
  • Über Bedürfnisse sprechen statt über Schuld
  • Unterschiede aushalten können
  • Die eigene Sicht nicht als einzige Wahrheit sehen

Die entscheidenden Fragen sind nicht:
„Wer hat recht?“

Sondern:

  • „Was ist dir dabei wichtig?“
  • „Was brauchst du gerade?“
  • „Wie können wir eine Lösung finden, die für uns beide funktioniert?“

Fazit: Rechthaben macht keine Beziehung besser

Rechthaben in der Beziehung bringt selten Nähe – aber oft Distanz.
Gerade im Alltag mit Kindern, Stress und wenig Zeit lohnt es sich, aus dem „Gewinnen-Verlieren-Denken“ auszusteigen.

Denn echte Verbindung entsteht nicht dadurch, dass einer recht hat –
sondern dadurch, dass beide sich gesehen und verstanden fühlen.


Wenn ihr merkt, dass ihr immer wieder darüber streitet, wer recht hat — ihr seid damit nicht allein. Das ist eines der häufigsten Muster, die ich im Paarcoaching erlebe. Wichtig ist, was ihr dann tut.

Ich begleite euch dabei. Das erste Gespräch ist unverbindlich und kostenlos.

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Wie deine Gedanken deine Konflikte beeinflussen

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„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile? Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer“.

Diese Geschichte ist aus Paul Watzlawicks Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ und zeigt, weil wie sehr unsere Gedanken unsere Gefühle, Handlungen und unser Verhalten im Konflikt beeinflussen können.

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Mit diesen vier Verhaltensweisen ruiniert ihr eure Beziehung – Die vier apokalyptischen Reiter

Vielleicht habt ihr schonmal von den vier apokalyptischen Reitern aus der Bibel gehört – den vier Boten, die den Weltuntergang einleiten.

In Anlehnung daran hat ein berühmter Beziehungswissenschafter namens John Gottmann die vier apokalyptischen Reiter in der Partnerschaft identifiziert: vier Kommunikationsfehler, die eine Partnerschaft auf Dauer ruinieren und schließlich zu einer Trennung führen können.

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Paarkrise nach der Geburt?

Warum ihr euren Konflikten eine ganz besondere Beachtung schenken solltet

Euer langersehnter Nachwuchs ist endlich da. Und eigentlich solltet ihr jetzt überglücklich sein. Doch irgendwie ist alles anders, als Du es Dir vorstellt hast. Und eure Beziehung scheint seit der Geburt auch in einer Krise zu sein. Ständig streitet ihr wegen Kleinigkeiten. Paarkrise nach der Geburt.

In diesem Beitrag geht es darum, warum die Veränderungen, die mit der Geburt eines Kindes einhergehen, ein Paar in eine Krise stürzen können und warum ihr eure Konflikte nicht unterdrücken, sondern ihnen eine ganz besondere Beachtung schenken solltet. Paarkrise nach der Geburt.

Vom rosaroten Blick aufs Elternsein ...

Bevor wir Eltern werden bestimmt häufig ein Blick durch die rosarote Brille unsere Vorstellungen.  „Unverwundbarkeitsillusion“ nennt die Wissenschaftlerin Dr. Barbara Reichle das. Eine Illusion, die wir im Vorfeld der Elternschaft aufbauen, damit wir uns überhaupt trauen, eine Familie zu gründen.

Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Eine Zeit voller Glück, Vorfreude und Spannung, wie mein Leben wohl ein halbes Jahr später aussehen würde. Mein Partner und ich genossen ausgiebig unsere verbliebene Zeit zu zweit, denn von allen Seiten wurde an uns herangetragen, dass ein Kind alles verändern würde. Wie genau das aussehen könnte, lag damals noch außerhalb unserer Vorstellungskraft und ausserdem waren wir uns sicher: "Bei uns wird das eh gaaaanz anders."

... und dem Ankommen in der Realität

Nun wissen wir, wie alle Eltern, dass das nur ein Ausschnitt der Realität ist. Hinzu kommen für viele:

  • Dauermüdigkeit
  • Überforderung, weil wir ständig in Rufbereitschaft sind
  • ein stundenlang schreiendes Baby
  • viel zu wenig Zeit für Zweisamkeit
  • kaum eine Minute mehr für euch allein, Freunde oder Hobbys
  • Selbstzweifel, weil wir das Gefühl haben, der Elternrolle nicht gewachsen zu sein

Wir sind vor allem Eltern, ein wenig Paar und kaum mehr Individuen.

In der Wissenschaft ist gut erforscht, dass die Veränderungen, die Kinder mit sich bringen, eine große Herausforderung für jede Partnerschaft sind (1). Laut einer LBS-Familienstudie steigen im Zeitraum vom letzten Schwangerschaftsdrittel bis drei Jahren nach der Geburt steigen Streitigkeiten bei Ersteltern an, während Zärtlichkeit und partnerschaftliche Kommunikation drastisch abfallen (2).

Gründe für Streitigkeiten in dieser Zeit gibt es viele: von der Aufgabenverteilung, über unterschiedliche Erziehungsvorstellungen oder unterschiedliche Ansichten bezüglich der Rolle als Vater oder Mutter. Vielleicht ist einer der Partner frustriert, weil er sich zugunsten des Kind vernachlässigt fühlt. Und das Sexleben scheint auch nie mehr so zu werden, wie es vor dem Kind war.

Unsere Gefühle sind unser Wegweiser

Mit den Streitigkeiten gehen Gefühle wie Angst, Frustration oder Zweifel einher. Vielleicht quälen uns Gedanken wie: "Warum schaffen wir es nicht einfach glücklich zu sein (wie alle anderen Eltern)?", "Warum verstehen wir uns nicht mehr?", "Was machen wir falsch?" oder "Ich habe Angst, dass wir uns trennen".

Tatsächlich ist es schwer, mit diesen Gefühlen und Gedanken umzugehen, wenn wir dem Bild der "immer glücklichen Familie" nacheifern, bei der alles funktioniert.

Wenn wir uns aber bewusst machen, dass sich mit der Geburt unseres Kindes wahnsinnig viel verändert hat in unserem Leben, als Individuen, aber auch als Partner, können wir vielleicht besser akzeptieren, dass die Umstellung nicht reibungslos an uns vorbeigeht.

Es muss vieles verhandelt und verändert werden, solange, bis es sich für alle Beteiligten wieder gut anfühlt. So gilt es beispielsweise die Aufgabenverteilung zwischen euch neu zu definieren und Grenzen neu abzustecken. Und bevor das geschehen kann, muss sich jeder von euch klar sein, was er selbst braucht, um sich mit der neuen Situation gut zu fühlen.

Gefühle von Wut und Frust geben euch dabei ganz wichtige Informationen - und zwar darüber, was ihr gerade am meisten braucht. Sie verraten enorm viel über eure Bedürfnisse und worüber ihr in Zukunft mit eurem Partner verhandeln müsst.

Wenn Konfliktsignale von Menschen gut erkannt werden, können Sie zu Geburtshelfern der Entwicklung werden. (F. Glasl, Konfliktforscher)

Wichtig ist daher nicht, dass ihr keine Konflikte oder negativen Gefühle habt, sondern dass ihr lernt,

  • auf eure Bedürfnisse zu hören
  • diese so auszudrücken, dass euer Partner darauf reagieren kann
  • gemeinsam eine Lösung auszuhandeln, die die Bedürfnissen von euch beiden berücksichtigt.

Bleibt in Kontakt miteinander

Wenn eure Beziehung momentan nicht viel mit dem von der Werbeindustrie suggerierten Familienglück gemein hat, versucht zu erforschen, welche eurer Bedürfnisse gerade nicht erfüllt sind.

Habt ein wenig Nachsicht mit euch und eurem Partner und nehmt es nicht persönlich, wenn ihr euch gelegentlich unter Stress mal anzickt. Ihr habt beide kaum eine Minute für euch, viel zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit für Zweisamkeit, zu wenig Zeit für Freunde und Hobbys und seid wahrscheinlich häufig ziemlich unausgeglichen. Da kann es schon mal vorkommen, dass ihr euch im Ton vergreift - vorausgesetzt natürlich, dass das nicht zur Gewohnheit wird und ihr euch sonst mit Respekt und Wohlwollen behandelt.

Und achtet darauf, dass euer Gesprächsfaden nicht abreißt. Bleibt in Kontakt miteinander, versucht euch so oft wie möglich Zeit für euch beide zu nehmen, um darüber zu sprechen, wie es euch geht, was ihr euch vom anderen wünscht oder worüber ihr euch Gedanken macht. Wenn ihr in stetem Austausch und Kontakt seid, könnt ihr euch besser unterstützen und bekommt auch mehr Verständnis vom und für den anderen.

Fußnoten:

(1) Tillmetz, Eva: Balanceakt Familiengründung, KlettCotta 2014, S. 37.

(2) Fthenakis, Wassilios E.; Kalicki, Bernhard; Peitz, Gabriele: Paare werden Eltern. Die Ergebnisse der LBS-Famlienstudie, Opladen : Leske + Budrich, 2002, S. 85ff.


Wenn ihr ...

  • das Gefühl habt, dass eure Krise schon zu lange andauert und ihr nur noch streitet
  • euch vielleicht schon gegenseitig mit Worten verletzt
  • schon einiges versucht habt, aber nicht weiterkommt
  • kaum mehr vernünftige Gespräche miteinander führen könnt, ohne dass es zu Vorwürfen oder Missverständnissen kommt
  • beide oder auch einer von euch sich immer mehr zurückzieht, emotional und auch körperlich

... dann kann es sinnvoll sein, eine dritte, neutrale Person dazuzuziehen. Das erste Gespräch ist unverbindlich und kostenlos.

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Keine Minute für dich oder deine Partnerschaft?


Sieben Fragen, die ich mir stelle, wenn ich glaube, zu wenig Zeit für mich oder meinen Partner zu haben

Zeit für mich. Zeit für uns als Paar. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das sind bei uns die Dinge, die als erstes wegfallen, wenn der Alltag mit Kindern mal wieder auf vollen Touren läuft.

Und gleichzeitig sind es genau diese Momente, die uns wieder Kraft geben. Für die Kinder, für den Haushalt, für alles, was noch auf der Liste steht.

Eine der Fragen, die mir Eltern am häufigsten stellen, auch in meiner Beratung, ist: Wie soll das gehen? Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Ich glaube, dass es dabei nicht nur darum geht, wie viel Zeit wir haben, sondern auch darum, wie wir mit der Zeit umgehen, die wir haben. Die folgenden sieben Fragen helfen mir dabei, das immer wieder zu überprüfen. Vielleicht zeigen sie euch, dass ihr mehr Spielraum habt, als ihr gerade denkt.


1. Haben wir feste Zeiten für uns und unsere Partnerschaft eingeplant?

Seit wir Eltern sind, ergibt sich das selten von selbst. Ich merke immer wieder: Zeit müssen wir uns aktiv nehmen. Deshalb trage ich mir,  wie für andere Termine auch, feste Zeiten dafür in den Kalender ein. Klingt vielleicht unromantisch. Aber es funktioniert.

2. Geben wir unserer Partnerschaft dieselbe Priorität wie unseren Aufgaben und Verpflichtungen?

Wir nehmen unsere Beziehung oft viel zu selbstverständlich. Dabei hat sie mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie alles andere. Wie oft fallen unsere eigenen Bedürfnisse,  und die Bedürfnisse der Beziehung, hinten runter, weil gerade wieder irgendetwas anderes dringlicher erscheint?

3. Wie wollen wir ungeplante Pausen nutzen?

Die Kinder beschäftigen sich die nächsten zwanzig Minuten selbst. Was passiert dann?

  • Schnell die Küche aufräumen?
  • Gedankenlos durch das Handy scrollen?
  • In dieser Zeit mit dem Partner kuscheln?
  • Oder einfach mal kurz mit einem Tee auf dem Balkon sitzen?

Die Entscheidung, was wir mit unserer Zeit machen, liegt in jeder Sekunde bei uns. Das bewusst zu haben, lässt mich die Hausarbeit doch öfter mal liegen lassen.

4. Welche Momente stärken unsere Beziehung wirklich?

Gerade für Eltern mit kleinen Kindern ist ein Abend außer Haus oft mit viel Aufwand verbunden, besonders wenn die Großeltern nicht um die Ecke wohnen. Und dabei sind es oft gar nicht die großen Abende, die zählen. Kleine Zärtlichkeiten im Alltag, eine Umarmung, ein Kuss im Vorbeigehen, gemeinsam über etwas lachen – das sind manchmal die Momente, die wirklich etwas bewegen. Was braucht ihr, um gut miteinander in Kontakt zu bleiben?

5. Wie nutzen wir die Zeit, die wir als Familie gemeinsam verbringen?

Schaffe ich es, diese Zeit mit Freude und Spaß zu füllen? Mit Dingen, die auch mir Kraft geben? Schaffen wir es als Paar bei einem gemeinsamen Familienausflug auch kurz über uns zu sprechen? Nicht als Eltern, sondern als zwei Menschen, die sich gewählt haben?

6. Bestimme ich meine Zeit gerade wirklich selbst – oder werde ich von den Erwartungen anderer gesteuert?

Kann ich „Nein" sagen, wenn mich eine Bitte oder ein Auftrag überfordert? Kann ich Grenzen setzen, wenn ich das Gefühl habe, dass andere mit meiner Zeit sorglos umgehen? Wer keine Grenzen setzt, hat am Ende keine Zeit mehr für das, was ihm wirklich wichtig ist.

7. Kann ich aufhören, wenn etwas gut genug ist?

Oder überlasse ich meine Zeit dem Perfektionismus? Es hilft mir, vorher einen klaren Zeitrahmen festzulegen und dann dabei zu bleiben. Gut genug ist oft mehr als genug.


Wenn ihr merkt, dass die Zeit füreinander schon so lange fehlt, dass ihr euch als Paar kaum noch wahrnehmt, dann ist das oft mehr als nur ein Zeitproblem.

Ich begleite euch dabei, wieder zueinander zu finden. Das erste Gespräch ist unverbindlich und kostenlos.

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Ist ein Paarcoaching sinnvoll für uns?

"Ist ein Paarcoaching sinnvoll für uns?" - Diese Frage wird mir häufig gestellt. In diesem Beitrag möchte ich sie gerne beantworten. Ihr erfahrt außerdem, wie ein Paarcoaching abläuft und was ihr daraus für euch und eure Beziehung gewinnen könnt.

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